Mein Weg zu Musik & Spiritualität

Mohnblume | Monika Cyrani | Foto: Mike Kauschke

Mein Weg zur Spiritualität

Der Klang der Hingabe eröffnete mir eine neue Sichtweise auf das Leben. Da gab es plötzlich nicht nur den getrennten Menschen, sondern Mensch & Seele als Ein-Klang.

Ich werde oft gefragt, wie ich dazu komme, Lieder zu schreiben wie das Lied „Es gibt mehr“ von der gleichnamigen CD. Oder wie ich zu den spirituellen Inhalten komme wie auf meiner CD „Healing Inspiration“ und anderen spirituellen Texten.

Schon als Kind nahm ich mehr wahr als andere. Vor allem deshalb wuchs ich mit dem Gefühl auf, dass mit mir etwas nicht stimme. Wenn ich jedoch Piano spielte und sang, fühlte ich mich „richtig und bei mir angekommen“. Da konnte alles schwingen, was durchklingen wollte, auch meine Gabe des Hellspürens. Jedoch wusste ich damals noch nicht, dass dies ein Teil meiner medialen Gabe ist. Erst viele Jahre später lernte ich, dass es viele sogenannte medial begabte Menschen gibt, die nicht nur die materielle, sondern so wie auch ich die feinstoffliche Welt wahrnehmen können und damit andere Menschen darin unterstützen, sich ganzheitlicher, in ihrem ganzen Potenzial zu erfahren.

Doch da bei uns Zuhause niemand von diesem Potenzial sprach und auch nicht im Kindergarten oder in der Schule, war dieses „Nicht-Darüber-Sprechen“ für mich sehr lange ein Beweis dafür, dass es das nicht gibt und ich daher nicht „normal“ bin. Als Kind denkt man das natürlich nicht bewusst, es ist ein inneres Gefühl. Eine sehr schmerzhafte Reise voller Selbstzweifel und Selbstverleugnung. Doch sie brachte mich schon sehr früh auf den Weg der Suche und der Heilung. Die Musik hat mir auf diesem Weg der Suche vieles offenbart. In ihr spürte ich schon als kleines Mädchen eine bedingungslose Einladung an alles, was in mir war. 

Als ich erwachsen wurde, war ich eine lange Zeit sicher, dass ich als Komponistin und Sängerin meinen Platz in der spirituellen Szene gefunden habe. Hier dachte ich, sind meine Lieder besser aufgehoben als in einer kommerziellen Musikszene. Sie ergab für mich keinen Sinn. Was für mich jedoch immer schon einen Sinn ergab, war aufgrund meiner medialen Gabe und meiner Biographie das Thema Heilung und Spiritualität. Ich besuchte viele Jahre spirituellen Seminare. Auch Selbsterfahrungsgruppen mit dem Fokus Heilung der Weiblichkeit waren auf diesem Weg kostbare Schätze. Irgendwann wollte ich nur noch meditative, spirituelle Lieder singen, die uns an unsere spirituelle Herkunft erinnern. Doch nach vielen Jahren der Hingabe auf diesem Weg spürte ich, dass mir  etwas fehlte. Es war die Erde, die Buntheit aller Gefühle, das Menschliche, es war das Leben als Ganzes. Mensch und Seele als eine Einheit. Denn wir leben ja nicht nur als eine feinstoffliche Seele hier auf Erden. Wir haben auch einen Körper und unsere leichten wie auch schweren Lebenserfahrungen sind mit an Bord, samt unseren Verletzungen und Wunden, die wir als Mensch erlebt haben. Mit meiner Musik setzte ich ein Zeichen der Erinnerung daran, dass Mensch und Seele eine Einheit bilden. Dem widme ich mein künstlerisches Schaffen und alle Projekte, die ich ins Leben rufe.

Mein Weg zur Musik

Ich wurde in Prag geboren. Mit fünf Jahren war mein größter Traum, Klavier zu spielen. Seitdem schrieb ich auf die Wunschzettel für Weihnachten und Geburtstage immer nur das Wort „Klavier“.
Bereits mit sechs Jahren dachte ich mir Liedchen und kurze Theaterstücke aus. Suchte immer wieder nach Kindern, die diese mit mir einstudieren.

Mit sieben sang ich in einem Kinderschulchor in Prag und brachte meinen Mitschülern mit Begeisterung Liedchen bei, die ich von meiner Mutter gelernt hatte, die selbst gerne sang. Doch ein Klavier bekam ich immer noch nicht, da die finanzielle Lage meiner Familie es nicht zuließ.

Als ich 10 Jahre wurde, geschah ein Wunder: Ein Fremder schenkte mir ein Klavier. Seitdem fand man mich nur noch übend und singend an meinem seit vielen Jahren erträumten Instrument.
Drei Jahre später flüchtete meine Familie nach Deutschland und mein Klavier blieb zurück. Ich ging Woche für Woche zur Caritas und sagte: „Ich brauchen Klavier“ – einer meiner ersten Sätze in Deutsch. Bald bekam ich von der Caritas ein Akkordeon geschenkt und spielte für die Flüchtlinge im Aufnahmelager.

Es berührte mich, wenn die oft verängstigen und erschöpften Augen vieler Flüchtlinge wenigstens für einen Augenblick aufleuchteten, wenn ich spielte und sang.

Als ich 14 Jahre wurde, schrieb ich in mein Tagebuch, dass ich mir eine heilende Stimme wünsche, weil es meine Sehnsucht ist, Menschen tief in ihren Herzen zu berühren. Das war mir ein großes Herzensanliegen: die Musik, die bewegt!

Nach dem unsere Familie Asyl bekam, zogen wir nach München und ich ging in eine musische Realschule, erlebte viele unterstützende, jedoch auch schwierige Begegnungen. Zum Glück war die Musik da. Sie wurde zu meiner Freundin, meiner Retterin, meiner Therapeutin.

Diesen therapeutischen, heilenden Aspekt der Musik habe ich später auf meinem Lebensweg sehr bewusst mit großer Hingabe erforscht, um ihn noch bewusster für mich und andere Menschen einzusetzen. Viele Ausbildungen und Fortbildungen mit spirituellem Fokus waren wichtige Begleiter auf meinem menschlich-musikalischen Lebensweg. Ich erkannte, dass es nicht der Klang allein ist, der uns tief berührt und einen heilenden Impuls in uns weckt, sondern die Absicht und die Seele, die in diesem Klang schwingen, die sich durch den Klang offenbaren. Dieses beseelte Musizieren liebe ich!

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